22.11.2012 bis 28.11.2012
Einmal im Jahr wird ein eigens hergestelltes Buch in einer Auflage von 100.000 Exemplaren gedruckt und in ganz Wien gratis verteilt: in Buchhandlungen, Büchereien, Volkshochschulenund bei vielen Partnern der Aktion wie Fernwärme, Wiener Städtische (Ringturm), ORF Wien uvm.
Das Buch ist allerdings kein x-beliebiges Buch, sondern ein von einem Team des echo medienhauses zusammen mit dem Wiener Bürgermeister eigens für Wiener Leserinnen und Leser ausgesucht. Das Gratisbuch hat also immer Relevanz für Wien. „Eine STADT. Ein BUCH.“, die Aktion des echo medienhauses, ist die erfolgreichste österreichische Aktion, die sich dem Thema Buch und dem Lesen widmet.
Bisherige Titel in der Reihenfolge ab 2002 waren: Frederic Morton: „Ewigkeitsgasse“, Nobelpreisträger Imre Kertész: „Schritt für Schritt“, Johannes Mario Simmel: „Das geheime Brot“, Oscargewinner John Irving: „Laßt die Bären los!“, Nobelpreisträgerin Toni Morrison: „Sehr blaue Augen“, Nick Hornby: „Fever Pitch“, Ruth Klügers Autobiografie „weiter leben“, Irvin D. Yaloms Roman „Und Nietzsche weinte“, Dai Sijie mit seinem Roman „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“ und im Vorjahr Mario Vargas Llosa mit seinem Roman „Der Geschichtenerzähler!.
Wir wünschen Ihnen mit diesem Buch angenehme Lesestunden!
Eine Hand voller Sterne ist ein 1987 erschienener Roman von Rafik
Schami. In Tagebuchform wird die Geschichte eines damaszener
Bäckerjungen erzählt, der sich auf dem Weg befindet, seinen Traum,
Journalist zu werden, zu verwirklichen. Neben den üblichen Problemen des
Erwachsenwerdens wird auch die Zensur in Syrien thematisiert. Der Roman
lässt sich der Jugendliteratur und der MigrantInnenliteratur zuordnen.
Ein Bäckerjunge aus einem armen Stadtviertel in Damaskus beginnt im
Alter von vierzehn Jahren ein Tagebuch zu führen, indem er seine
Erlebnisse aufschreibt, seine Gefühle beschreibt und seine Meinungen
äußert, ohne ein Blatt vor dem Mund zu nehmen.
Der Ich-Erzähler (dessen Name nicht genannt wird) geht gerne in die
Schule und bekommt gute Noten. Dort hat er auch viele Freunde, die ihm
zur Seite stehen, wenn er sie braucht. Mit ihnen gründet er eine Bande
namens Die Schwarze Hand, die gegen das Unrecht in seiner Stadt
ankämpfen will.
In seiner Nachbarschaft wohnt ein hübsches Mädchen namens Nadia , die er
lieb gewonnen hat. Außerdem ist er ein begabter junger Dichter. Seine
Gedichte schickt er einem Verleger, der sie dann sogar drucken lässt.
Eines Tages wird er gegen seinen Willen, auf Entscheidung seines
Vaters hin von der Schule genommen und gezwungen, in derBäckerei des
Vaters zu arbeiten. Plötzlich redet Nadia nicht mehr mit ihm. So kommt
er zum Entschluss wegzulaufen. Doch sein enger Freund Salim bittet ihn,
noch einige Zeit abzuwarten. Der Junge befolgt diesen Rat und bleibt
schließlich doch in Damaskus. Nadia redet wieder mit ihm und sein Leben
nimmt wieder einen positiven Verlauf.
Der Bäckerjunge kommt auf die Idee, selbst das Brot der väterlichen
Bäckerei in die Häuser zu liefern, um auf diese Weise neue Kunden zu
gewinnen. Bei diesem Unternehmen lernt er Miriam kennen, mit der er sich
über vieles unterhalten kann. Auch einen älteren Journalisten namens
Habib lernt er durch Miriam kennen, dem er dann erzählt, dass er auch
gerne Journalist werden würde. Mit der Zeit werden die beiden dicke
Freunde und Habib bringt ihm die wichtigsten Sachen bei, die er braucht,
um Journalist zu sein. Gemeinsam fassen sie den Entschluss, eine
anonyme Zeitung zu gründen, in der sie über die Ungerechtigkeit im Land
berichten und die Regierung kritisieren. Sie stopfen die Zeitungsblätter
in Socken und verkaufen diese billig, sodass sie in Umlauf kommen, ohne
dass jemand auf die Idee kommt, dass sie die Texte geschrieben haben.
Für eine Weile läuft dieses Unterfangen gut. Doch plötzlich stirbt Onkel
Salim und Habib wird festgenommen, weil die syrische Regierung
herausgefunden hat, dass er die Zeitung führt. Doch der inzwischen
Siebzehnjährige gibt nicht auf und führt mit seinen Freunden Mahmud und
Nadia die Sockenzeitung weiter, um der Regierung zu demonstrieren, dass
sie immer für die Wahrheit kämpfen werden und diese nie aufgeben.
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Autor: Dr. Helmut Schneider, Chefredakteur Wien Live
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